Unica Zürn Camaro Hans Bellmer

27.02. – 28.05.2016
Unica Zürn zum 100. Geburtstag

Unica Zürns künstlerisches Frühwerk wurde bisher kaum berücksichtigt. Die Schriftstellerin und Künstlerin verkehrt in den frühen Berliner Nachkriegsjahren in einer eingeschworenen Künstlerboheme um das legendäre, surrealistisch geprägte Kabarett „Die Badewanne“. Mit dem Maler Alexander Camaro geht Zürn eine Liebesbeziehung ein. Ein reger künstlerischer Austausch der Jahre 1949 bis 1953 spiegelt ihre Seelenverwandtschaft wider.

Ersichtlich wird, dass die Inspiration und Kreativität der Berliner Jahre Zürns Werk nachhaltig geprägt haben. In ihren autobiografischen Schriften erinnert sie sich an diesen Lebensabschnitt als ein „Fenster in eine andere Welt“.

Jahre später lernt Unica Zürn in Berlin Hans Bellmer kennen und geht mit ihm nach Paris. Das Paar bewegt sich dort im Kreis der Französischen Surrealisten. Zürn stellt mehrmals in Paris aus und erfährt vor allem für ihre Zeichnungen und Anagramme Anerkennung. Das Camaro Haus würdigt die Künstlerkonstellation Unica Zürn – Camaro – Hans Bellmer erstmalig mit einer interdisziplinären Ausstellung. Rund 100 Exponate aus privaten Sammlungen – Gemälde und Aquarelle, darunter Zürns frühe bildnerische Bekenntnisse der 1950er Jahre, Zeichnungen, Fotografien, Kurzprosa und Briefe – veranschaulichen die schöpferische Intensität vor allem der Berliner Zeit.

» Ausstellungsflyer (PDF)



Katalog

Die Publikation fügt der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Unica Zürns Frühwerk neue Impulse hinzu: Zürns Hinwendung zum Surrealismus wird vor allem durch ihre Verortung in der Berliner Nachkriegskunstszene um das Künstlerkabarett "Die Badewanne" und durch ihren künstlerisch-inspirativen Austausch mit Alexander Camaro offenbar.

Der Ausstellungskatalog erscheint im Verlag Brinkmann & Bose. Im Camaro Haus erhältlich für 25 €.


Begleitveranstaltungen

13.03.2016, 17 Uhr
Lesung / Vortrag „Unica Zürn – Muse, Anagrammatikerin, Erfinderin einer Traumsprache“ mit Ilma Rakusa (Zürich)

14.04.2016, 20 Uhr

Film „Les jeux à deux – Die Spiele zu zweit“ von Friederike Beck (Berlin)

10.05.2016, 20 Uhr

Konzert, „Unica Zürn – Eine Hommage“, von Seyko Itoh und Ensemble (Tokyo/Berlin)

26.05.2016, 19 Uhr

Vortrag „Zum poetischen Bild bei Unica Zürn“ von Rike Felka (Berlin)

 

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag 13 – 17 Uhr
Mittwoch 13 – 20 Uhr
Sonntag und Montag geschlossen

Gruppen nach Voranmeldung
Telefon +49 30 263 929 75
info@camaro-stiftung.de

Öffentliche Führungen in deutscher Sprache
Samstag 15 Uhr
Mittwoch 18.30 Uhr

Eintritt frei

Alexander Camaro, Unika Z. I, 1950, Camaro Stiftung
© Camaro Stiftung/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Unica Zürn, Liebet euch untereinander, aus: Hexentexte 1954
© Brinkmann & Bose
Friederike Beck
Hans Bellmer, La poupée (Die Puppe), 1936–38, Privatsammlung
© VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Unica Zürn, o.T., 1960, Privatsammlung
© Brinkmann & Bose